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Freitag, 18. April 2014
Sunshine Wintergarten GmbH

Bauvorschriften

Baugenehmigung erforderlich

Es ist allgemein bekannt, Bauherren wissen dies auch ganz genau, daß man auch innerhalb seiner Grundstücksgrenzen nicht machen darf, was man gerne möchte.

Grundsätzlich ist für Anbauten gleich welcher Bauausführung eine Baugenehmigung erforderlich; auch für Glasanbauten. Wenn auch die Baubehörden scheinbar in manchen Fällen nicht einschreiten, weil sie nichts von dem Bauvorhaben wissen, sollte man sich darauf nicht verlassen.

Ein Abriß erfolgt zwar sehr selten, aber viel Ärger gibt es ganz sicher. Bei einer Entdeckung muß auf jeden Fall ein Baugesuch mit allen Anlagen nachgereicht werden. Die dann nach der Bauverordnung zu erfüllenden Auflagen sind nachträglich natürlich viel schwieriger zu erfüllen. In diesem Zusammenhang sei vor den lieben Nachbarn gewarnt, die aus irgendwelchen Neidgefühlen oder anderen Gründen eine diesbezügliche Anzeige beim Bauamt einbringen. Jetzt muß das Amt tätig werden und entdeckt Sachen, die im Normalfall, da sie von der Straße her nicht zu sehen sind, nicht bemerkt würden. Wenn man also bauen möchte, ganz gleich ob es sich um einen normalen Anbau oder einen Wintergarten handelt, sollte man Fragen stellen an die Leute vom Amt und sich auch sonst sachkundig machen.

Der Begriff Wintergarten oder Gewächshaus

(Wohn)Wintergarten
Kaltwintergarten

Manchmal kommt es, nicht nur bei Behörden, schon auf die Namensgebung an, ob ein Glashaus eventuell doch keine Baugenehmigung braucht. Ein Gewächshaus, wie man es im Garten aufstellt oder wie es an der Hauswand als sogenanntes Anlehnhaus errichtet wird, ist in der Regel genehmigungsfrei.

Der in der äußeren Form gleiche Baukörper, nur mit einer Verbindung zum Wohnhaus ausgestattet, ist ein Anbau und unterliegt ganz anderen Bestimmungen. Ein Wintergarten wird, wenn auch nur gelegentlich, von Menschen bewohnt oder genutzt und muß daher nach der Wärmeschutzverordnung ausreichend isoliert werden. Außerdem wird er steuerlich erfaßt und was sonst noch alles auf einen zukommt. Auch für die Dachverglasung gibt es besondere Vorschriften. Ganz schlaue Zeitgenossen stellen sich also erst ein Gewächshaus an die Hauswand und meinen, sie hätten dem Bauamt ein Schnippchen geschlagen. Im Grunde schaden sie sich selbst, denn eine nachträgliche Umrüstung wird erheblich teurer.

Ob die Lieferfirmen solche Experimente mitmachen, ist ebenfalls mehr als fraglich, denn bei etwaigen Beanstandungen werden sie in die Pflicht genommen, oder die Bauaufsicht sieht ihnen beim nächsten Bauauftrag besonders scharf auf die Finger. Übrigens wird in den Prospekten oder Angeboten immer wieder auf die Baugenehmigung hingewiesen. Nebenbei bemerkt, so einengend sind die Bauvorschriften gar nicht und meistens sind sie auch noch zum eigenen Schutz ausgelegt.

Was sind Anbauten oder bauliche Anlagen?

Wer etwas über Baufragen weiß, plant sicher leichter und lenkt seine Wünsche gleich in die richtige Richtung. Zur ersten Information hier einige Abschnitte aus der Bauordnung. Die Bauordnungen sind zwar in einigen Bundesländern etwas unterschiedlich, aber das praktisch nur im Detail.

»Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Baustoffen oder Bauteilen hergestellte Anlagen. Eine Verbindung mit dem Erdboden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Erdboden ruht oder auf eigenen Bahnen beschränkt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden«. Als bauliche Anlagen gelten beispielsweise auch Aufschüttungen oder Abgrabungen ab einer bestimmten Größenordnung. Auch Stellplätze für Kraftfahrzeuge zählen dazu. »Gebäude sind selbständig nutzbare, überdachte Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren und Sachen zu dienen«.

»Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen geeignet oder bestimmt sind«.
So geht es dann weiter über Geschosse, Geländeoberflächen bis hin zu den Abstandsflächen. Hierzu seien auch noch einige Sätze aus der Bauordnung aufgeführt.

Abstandsflächen

»Vor Außenwänden von Gebäuden sind Flächen von oberirdischen Gebäuden freizuhalten. Eine Abstandsfläche ist nicht erforderlich vor Außenwänden, die an der Nachbargrenze errichtet werden, wenn nach planungsrechtlichen Vorschriften:

  • a) das Gebäude an der Grenze errichtet werden muß oder
  • b) das Gebäude an der Grenze gebaut werden darf und öffentlich rechtlich gesichert ist, daß vom Nachbargrundstück angebaut wird«.

So geht es dann, nur zu diesem Thema, weiter über einige Seiten. An dieser Stelle sollen die Fragen aber nur angedeutet werden und keine langen Erklärungen zu den vielen Paragraphen der Bauordnungen abgegeben werden. In schwierigen Fällen müssen sich Fachleute mit den Vorschriften auseinandersetzen.

Im Zweifelsfall muß gefragt werden

Die örtlichen Bauämter sind verpflichtet, die Bauinteressenten auch schon oder gerade im Vorstadium zu beraten, ohne daß Gebühren anfallen. Natürlich sollen und können sie nicht den Architekten ersetzen, wenn Baueingaben gemacht werden müssen.

Bei diesen unverbindlichen Anfragen braucht man auch nicht zu befürchten, daß die Behörde den Fragesteller nun überwacht, um festzustellen, was er nun tatsächlich unternimmt. Tätig wird das Amt erst, wenn eine Bauanzeige oder ein Bauantrag gestellt wird oder wenn aus dunkler Quelle eine Anzeige in dieser Sache gestellt wird. Man kann sicher sein, daß neben der Beratung auch noch so mancher brauchbare Tip abfällt.

Beratungsunterlagen

Will man eine solche Beratung in Anspruch nehmen, sollte man schon einige Unterlagen mitbringen, damit die ganze Angelegenheit auch ergiebiger wird. Da ist zunächst der Lageplan, in dem alle vorhandenen Bauten und Anbauten der unmittelbaren Umgebung eingezeichnet sind. Wichtig sind selbstverständlich auch die Pläne des eigenen Hauses. Am besten nimmt man die komplette Hausakte mit. Mit einem weichen Bleistift kann man schon einmal die Umrisse des geplanten Anbaues in den Plan einzeichnen, da eine kleine Zeichnung mehr Klarheit bringt als viele Worte. Die Prospekt-oder Planungsunterlagen des eventuellen Wintergartenherstellers helfen ebenfalls bei der Klärung des Vorhabens. Da ja auch Dämm-und Isolierungsvorschriften beachtet werden müssen, sollten entsprechende Unterlagen beigefügt sein. Es ist ja durchaus möglich, daß eine vom Unternehmer angebotene Isolierung nicht ausreichend ist. Wenn der Mangel jetzt entdeckt wird, ist es immer noch früh genug, ihn zu beseitigen. Auch wenn man das Haus selbst plant und später baut, sollten die Pläne zur ersten Beratung mitgenommen werden. Der Bauantrag muß dann von Fachleuten, welche auch die Verantwortung übernehmen, gestellt werden. In vielen Fällen können die Anbieter der Wintergärten entsprechende Unterlagen einschließlich der statischen Berechnung zur Verfügung stellen.

Gespräch mit den Nachbarn

Wie das Gespräch beim Bauamt, sollte man auch das Gespräch mit seinen Nachbarn suchen. Natürlich nur dann, wenn an der Seite oder in Richtung der gemeinsamen Grenze ein Anbau geplant ist. Bei einer Grenzbebauung oder wenn die Abstandsflächen nicht eingehalten werden können, ist man sehr auf das Wohlwollen des jeweiligen Nachbarn angewiesen. Schon beim Bauamt wird man gefragt, ob eine entsprechende Einverständniserklärung vorliegt. Es kann aber noch weitergehen: Man stelle sich nur vor, der Nachbar pflanzt ausgerechnet dort einige Bäume, wo jeder Sonnenstrahl benötigt wird, um dem Wintergarten die nötige Helligkeit und Wärme zu bringen. Bei den heutigen geringen Grundstücksgrößen wären die Folgen nicht gerade ermutigend! Schon aus diesem Grunde sollte man auf eine gute Nachbarschaft größten Wert legen. Das gilt auch für die Gartenplanung, denn auch hier können die schönsten Pläne empfindlich gestört werden. Man sollte nach Möglichkeit gemeinsam planen, besonders wenn es um hochwachsende Bäume geht.

Der Bauantrag wird gestellt

Der Bauantrag ist schriftlich bei der zuständigen Verwaltungsstelle, also dem Rathaus oder dem Bürgermeisteramt zu stellen. Er wird von dort an die Bauaufsichtsbehörde weitergeleitet. Mit dem Bauantrag sind alle für die Beurteilung und Bearbeitung nötigen Unterlagen einzureichen. Diese Unterlagen werden Bauvorlagen genannt. Der Bauherr und der Entwurfsverfasser, das kann auch der Lieferant des Wintergartens sein, haben den Bauantrag zu unterschreiben. Die übrigen Unterlagen werden vom Entwurfsverfasser unterschrieben. Spezielle Vorlagen, wie beispielsweise die statische Berechnung, werden zusätzlich von den entsprechenden Fachleuten abgezeichnet. Ist der Bauherr nicht der Grundstückseigentümer, ist auch die Unterschrift des Eigentümers erforderlich. Wie man sieht, müssen recht viele Unterschriften für ein manchmal nur kleines Bauvorhaben hereingeholt werden.

Bauvorlagen

Die Bauvorlagen bestehen aus einem Formblatt, auf dem zunächst Fragen zum Baugrundstück, zum Bauvorhaben selbst, zu den Kosten und kleinere Detailfragen beantwortet werden müssen. Weiter werden benötigt: der Lageplan, Maßstab l: 500. Unter gewissen Umständen wird auch ein öffentlich beglaubigter Plan benötigt. Wenn man diese Pläne nicht in den Hausakten hat, bekommt man sie beim Katasteramt. Dazu kommen dann noch Berechnungen zum Haus und zum Grundstück, die im Normalfall ebenfalls in den Hausakten zu finden sind. Hat man sein Haus ohne Hauspläne und ohne diese technischen Daten gekauft, sollten eigentlich beim Bauamt entsprechende Unterlagen vorliegen. Als nächstes sind die Bauzeichnungen erforderlich. Für den Anbau werden sie vom Hersteller geliefert. Werden aber im Zuge des Anbaues weitere Baumaßnahmen erforderlich, werden auch weitere Baupläne nötig. Man denke nur an größere Durchgangsöffnungen oder die Errichtung von Mauern. Diese Zeichnungen sollten im Maßstab l: 100 ausgeführt werden. Die Baubeschreibung, in der die Herstellung und die verwendeten Materialien beschrieben werden, bekommt man ebenfalls vom Hersteller. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Aufbau- oder Montageanleitung. Eventuell sind auch hier noch einige Ergänzungen nötig. Man kann ja beim Amt nachfragen.

Statik

Sehr wichtig ist die statische Berechnung, die je nach Vereinbarung gegen eine Schutzgebühr vom Lieferanten beschafft wird. Ist es ein Typen-oder Serienerzeugnis, spart man sogar die Prüfgebühr. Allerdings sind die örtlichen Verhältnisse sehr unterschiedlich, deshalb wird es oft so sein, daß eine zusätzliche Statik für die Fundamentausbildung und für sonstige Baumaßnahmen erforderlich wird. Alles, was in irgendeiner Weise die Standsicherheit und die Konstruktion betrifft, muß statisch nachgewiesen werden. Damit hört es aber noch nicht auf, denn es werden noch Berechnungen über die Kosten, den Rauminhalt und die Nutz-und Wohnflächen verlangt. Der Nachweis bzw. eine Erklärung zum Wärmeschutz, eventuell zum Brand-und Schallschutz ist ebenfalls zu erbringen. Wenn das Bauwerk bis an die Grundstücksgrenze heranreicht, sind Erklärungen der Nachbarn beizubringen. Ob eine kleine Baumaßnahme oder Großvorhaben: Der Aufwand ist fast gleich.

 

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