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Mittwoch, 10. März 2010

Wintergarten [Pflanzen - Wohnen]

Innansicht WintergartenViele kleine Mosaiksteinchen machen den neuen Gebäudeteil zu einem gelungenen Glasanbau. Wie aber schaffen Sie eine solide Basis für einen Wintergarten mit wohnlichem Flair und gestalten ihn schließlich dank Ausstattung und Einrichtung zu einem echten Wohnraum der Extraklasse?

So luftig die verglaste Konstruktion auch wirken soll, nicht nur sie selbst muß stabil und standfest sein - nein, wie jedes normale Wohnhaus auch, braucht sie als Basis zunächst einmal ein tragfähiges Fundament. Außerdem nicht zu vergessen: Richtig wohlig fühlen Sie sich nur mit warmen Füßen. Deshalb beginnt die Behaglichkeit bereits zu Ihren Füßen, das heißt, eine Bodenplatte mit wärmegedämmtem Estrich gehört ebenfalls zur Grundausstattung eines Wohn-Wintergartens.


Biosphäre Wintergarten

Immer wieder einmal ist zu hören oder zu lesen, die z.B. in einem Wintergarten eingesetzten Wärmedämm- oder auch Sonnenschutzgläser hätten einen negativen Einfluß auf das Pflanzenwachstum.

Die Errichtung eines funktionstüchtigen Unterbaus ist eine Fremdleistung, die nicht von Ihrem Wintergartenhersteller, sondern normalerweise von einem Handwerker vor Ort ausgeführt wird. Das heißt, bei Neubauten werden diese Arbeiten in einem Zuge mit denen im übrigen Haus erledigt, bei einem nachträglichen Anbau vergeben Sie als Bauherr den Auftrag gesondert. Einen Fundamentplan sowie Angaben zum Fußbodenaufaufbau erhalten Sie von seriösen Anbietern im Rahmen der Ausschreibung. In Sonderfällen kann Ihr Wintergartenbauer auch als Generalunternehmer fungieren und die Errichtung des Unterbaus komplett organisieren.

Das richtige Fundament

Bei einem Fundament im Erdreich ist nicht nur auf die Tragfähigkeit, sondern auch auf die Frostsicherheit zu achten. Da diese in unseren Bereichen erst in etwa 80 bis 100 Zentimetern Tiefe gewährleistet ist, empfehlen wir ein entsprechend tief angelegtes Streifenfundament. Zu achten ist dabei insbesondere auf den vorgeschriebenen Abstand von mindestens 15 Zentimetern zwischen Schwelle und Erdreich. Dadurch soll sich Regenwasser nicht vor einer Tür stauen und anschließend durch die Schwelle eindringen können. Gleichzeitig vermindert diese Stufe die Belastung und Verschmutzung durch Spritzwasser im Bodenbereich. Da die meisten Bauherren jedoch einen ebenen Übergang zwischen innen und außen bevorzugen, bietet sich eine entsprechend tiefe Rinne an, die mit einem Metallgitter abgedeckt wird.

Für Bodenplatten, die in beheizten Räumen an das Erdreich grenzen, schreibt die Wärmeschutzverordnung eine Mindest-Dämmung der gesamten Grundfläche vor: Bei nachträglichen Anbauten an bestehende Gebäude muß also wenigstens ein k-Wert(u-Wert) von 0,5 W/n2K erreicht werden, bei Neubauten einer von 0,35 W/m2]; mittels dickerer Dämmschichten lassen sich jedoch ohne großen Aufwand auch bessere k-Werte erzielen.

Die Auswahl des Fußbodenbelags ist zunächst einmal eine Frage des persönlichen Geschmacks. Dennoch ist es vorteilhaft, wenn Sie die gewünschte Nutzung dabei nicht aus den Augen lassen. Ein gestalterischer Aspekt steht etwa dann im Vordergrund, wenn Sie Ihren Wintergarten durch ein und denselben Belag, wie zum Beispiel Parkett, optisch eng mit dem angrenzenden Wohnraum verknüpfen möchten.

Für Keramik, Naturstein, Holzpflaster oder -roste aus breiten Dielen spricht, daß sie eher den Charakter eines Terrassenbelags aufgreifen und damit die Mittlerfunktion des sonnenverwöhnten Lichtraumes zwischen innen und außen unterstreichen.

Ein Fliesen- und Plattenbelag hat auch den Vorteil, daß er robust und pflegeleicht ist. Und dies ist eben in vielen Glasräumen doch sehr wichtig, da darin gerne - sinnvoll in Anzahl und Größe - üppige Grün- und Blütenpflanzen aufgestellt werden.

Reizvoll kann daneben die Kombination von verschiedenen Belägen sein - erst recht dann, wenn Ihr Wintergarten zum Beispiel durch Stufen in verschiedene Bereiche gegliedert ist, die Sie auch unterschiedlich nutzen möchten. So kann etwa für eine Spielecke ein Holzbelag angenehmer, für Eingang und Pflanzbereich dagegen ein strapazierfähiger Fliesenboden nützlicher sein. Und in gewisser Weise wird Ihre Entscheidung auch dadurch beeinflußt werden, ob Sie eine Fußbodenheizung integrieren möchten.

Mittler zwischen Haus und Garten

Wintergarten-AussenBei den Überlegungen zum Bodenbelag spielt zudem eine Rolle, inwiefern Sie die Nahtstelle zum übrigen Wohnhaus gestalten möchten, das heißt, wie weit Wintergarten und angrenzende Räume eine Einheit bilden sollen. Eine Abtrennung schreibt die Wärmeschutzverordnung auf jeden Fall vor, wenn Sie planen, ein im Winter lediglich temperiertes Pflanzenzimmer einzurichten. Dennoch haben Sie auch hier die Qual der Wahl:
Eine weitgehend transparente Trennwand mit feststehenden und beweglichen Glaselementen läßt den rückwärtigen Raum stärker am Wintergarten-Flair sowie dem reichlicheren Lichtangebot teilhaben.
Eine größtenteils massive Trennwand vermag dagegen mehr Wärme zu speichern und damit Temperaturspitzen im gläsernen Zimmer auszugleichen.

Bei einem nachträglichen Anbau müssen Sie allerdings nicht zu- letzt auch bauliche Gegebenheiten- mit in Betracht ziehen. Bei einem Wintergarten mit wohnlichem Klima haben Sie noch mehr Wahlmöglichkeiten. In erster Linie wird es davon abhängen, wie eng Sie den transparenten Raum in puncto Optik und Nutzung mit dem Kernhaus verknüpfen möchten. Diese Überlegung kann jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen, wenn der Glasanbau lediglich eine geringe Grundfläche oder Raumtiefe aufweist; in diesem Fall verschafft Ihnen eine offene Lösung ein Plus an Gestaltungs- und Bewegungsfreiheit. Ein offener Übergang sowie ein mäßig tiefer Glasvorbau zeigen zudem dann ihre Stärken, wenn in erster Linie der rückwärtige Raum vom Mehr an Tages- und Sonnenlicht profitieren soll.

Neben dem Übergang zum Kernhaus verdient der Ausgang ins Freie Ihre Aufmerksamkeit. In manchen Fällen führt eine Terrassentür vom angrenzenden Wohnraum direkt in den Garten, so daß ein eigener Ausgang vom Wintergarten aus nicht notwendig ist. Gerne führt die Verbindung der Wohnräume mit dem Garten jedoch durch den Wintergarten hindurch - und dann werden Sie einen unmittelbaren Anschluß an die Terrasse begrüßen. Im Wintergarten selbst werden Sie dagegen bald zu schätzen wissen, was wir bereits an anderer Stelle ausführlich vorgestellt haben:
Für den Durchgang zum Wohnhaus sollte ein separater Verkehrsbereich eingeplant werden, der Pflanz- und Ruhezone nicht stört und Sie möglichst ohne große Umwege ins Freie führt.

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