Interview mit der Firma Solarlux Aluminium Systeme GmbH
Interviewpartner: Herr Möller
Das Unternehmen Solarlux wurde 1983 von Heinz-Theo Ebbert und Herbert Holtgreife gegründet. Inzwischen exportiert Solarlux in über 50 Ländern der Erde und beschäftigt weltweit rund 510 Mitarbeiter.
Planung
Wintergarten-Ratgeber:
Beginnen wir mit dem Thema Planung:
Ihr PlanSupportTeam (ein internes Netzwerk aus Architekten, Ingenieuren und Fachplanern) bietet Ihren Kunden professionelle und technische Assistenz bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase.
Das Planungs-Team ist stets bemüht, die gestalterischen Vorstellungen der Kunden mit der technischen Umsetzbarkeit zu vereinbaren, damit von der ersten Idee bis zur Fertigstellung die Wünsche Ihrer Kunden Realität werden können.
Sind in Ihrem Unternehmen auch fachlich kompetente Handwerker beschäftigt oder arbeiten Sie mit co-operierenden Fachfirmen zusammen?
Herr Möller:
Bei Solarlux sind ausschließlich Fachkräfte angestellt. Gerade im Planungs-Support-Team sind es größtenteils Architekten oder Ingenieure, die beratend zur Seite stehen. Auch alle anderen Fachabteilungen sind durch eigene Kräfte besetzt. Das heißt also: Wir arbeiten nicht mit externen Firmen.
Wintergarten-Ratgeber:
Das bedeutet, dass Sie z. B. einen Maurer, Heizungsbauer und Handwerker aller anderen Gewerke in Ihrem Unternehmen beschäftigen?
Herr Möller:
Ganz so tief gehen wir nicht, da Solarlux sich hauptsächlich im Fassadenbereich bewegt. Heizungsbau oder Maurerarbeiten werden aus diesem Grund bei uns im Unternehmen nicht benötigt.
Alle Fachkräfte, die im Fassadenbau benötigt werden, wie Architekt, Ingenieur, Metallbauer, Glaser... sind im Unternehmen angestellt.
Wintergarten-Ratgeber:
Wobei jedoch andere Gewerke, wie z. B. das Fundament und dergleichen zum Wintergartenbau dazu gehört.
Herr Möller:
Wenn wir den Wintergarten aus Sicht des Endkunden betrachten ist das durchaus richtig, dann gehören diese gesamten Nebengewerke mit dazu.
In diesem Fall erstellen wir auch die Fundamentpläne und führen eine Luftmengenberechnung durch, welches wir dem Kunden aushändigen, damit dieser mit Handwerkern vor Ort in Kontakt treten kann - Handwerkern seines Vertrauens. Alle hierfür notwendigen Unterlagen bekommt der Kunde somit von uns.
Fotos Planung
Genehmigungen - Statik
Wintergarten-Ratgeber:
Die Pläne und Unterlagen für die dazu notwenigen Vorarbeiten werden somit von Ihnen ausgearbeitet.
Holen Ihre Mitarbeiter auch sämtliche Genehmigungen bei den jeweiligen Ämtern ein oder erledigt dies der Kunde eigenständig?
Herr Möller:
Der Kunde reicht den Bauantrag selbst beim Bauamt ein. Unser Service ist, dass wir alle Unterlagen soweit vorbereiten und dem Kunden übergeben. Der Kunde muss die Unterlagen lediglich unterschreiben und die Anträge einreichen.
Wintergarten-Ratgeber:
Die Statik ist ein ganz wichtiges Thema für den Wintergartenbau und ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben.
Fertigen Sie automatisch eine prüfbare Statik mit aus, welche zwar nicht immer zusätzlich geprüft werden muss, die aber Prüfbestand hätte?
Herr Möller:
Grundsätzlich ist es so, dass die Begriffe „prüfbare Statik“ und „geprüfte Statik“ am Markt teilweise falsch wiedergegeben werden.
Fakt ist: Jede Statik die angefertigt wird, muss eine sogenannte prüffähige Statik sein. Und diese Statiken werden von uns auch erstellt.
Das heißt, der Kunde bekommt diese Statik und kann diese prüfen lassen, sofern es das Baurecht in dem jeweiligen Land vorsieht.
Die zweite Variante sind sogenannte geprüfte Statiken. Diese geprüften Statiken beinhalten, dass wir die Statik erstellen und von einem zweiten Statiker gegen prüfen lassen. In der Regel ist dies ein von uns beautragtes Prüfingenieurbüro, welches die Statik gegenprüft, um anschließend die Statik dem Bauamt komplett vorzulegen.
Es gibt Städte oder Kommunen mit eigenen Prüfstatiker, die sich mit uns bezüglich der Statik in Verbindung setzen.
Aus diesem Grund arbeiten wir mit externen Ingenieurbüros zusammen, da wir unsere eigene, erstellte Statik selbst nicht gegen prüfen dürfen.
Unabhängig davon, ob prüfbare oder geprüfte Statik – wir erstellen immer Statiken, die jederzeit nachvollziehbar und auch nachprüfbar sind.
Energieeinspargesetz - Wärmeschutzverordnung
Wintergarten-Ratgeber:
Der nächste Punkt, den wir ansprechen möchten, sind die Kosten, die Förder- und Absetzungsmöglichkeiten für Wintergärten.Soweit ich informiert bin, gab es früher diesbezüglich Möglichkeiten im Bereich des Wintergartenbaus - gibt es diese heute auch noch?
Herr Möller:
Eine reine Förderung für den Wintergartenbau gibt es derzeit nicht. Das Energieeinspargesetz greift hier so massiv ein, dass man nicht mehr von der Förderung von Häusern oder Wintergärten sprechen kann.
In der Zwischenzeit sieht man das gesamte Bauwerk, das heißt: Ich habe ein Haus mit einem Wintergarten. Für dieses Haus mit Wintergarten muss eine sogenannte Energiebilanz erstellt werden, die dann wiederum, z. B bei der KfW, mit einzelnen Fördermaßnahmen belegt ist. Das ist das sog. KfW85-Haus. Hier spielt es keine Rolle, ob an diesem Haus nun ein Wintergarten angebaut ist oder nicht. Es müssen einfach die Bedingungen erfüllt werden und wenn dies der Fall ist, gibt es eine Förderung über die KfW.
Wintergarten-Ratgeber:
Wie weit trifft die EnEV 2009 auch auf den Bau eines Wintergartens zu, denn die Wärmeschutzverordnung betrifft ja nur die Hausgebäude und nicht die Wintergärten?
Herr Möller:
Die Wärmeschutzverordnung gibt es in dem Sinne nicht mehr. Man hat 1997 die alte Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung zusammengefasst in eine erste Energieeinsparverordnung. Mittlerweile wurde diese nun schon zwei- dreimal überarbeitet und seit 2009 existiert die derzeitige Fassung.
In diese letzte Fassung wurde dann erstmalig, auch durch die Arbeit des Bundesverbandes Wintergarten, das Wintergartendach, also das sogenannte Glasdach, mit aufgenommen und berücksichtigt.
Vorher gab es den Bereich Wintergarten in der Verordnung gar nicht. Dieser hatte bis dato nicht den Stellenwert, dass er in der Energieeinsparverordnung betitelt wurde und es konnten noch keine Erfahrungen zum Einhalten dieser Werte angegeben werden.
Mittlerweile ist es so, dass dort nun Werte für das Dach eingetragen sind und auch die senkrechten Elemente als sogenannte Glasfassade bewertet und mit Wärmedurchgangskoeffizienten belegt werden, die zu erfüllen sind.
Da hat es sich jetzt für den Wintergarten als positiv dargestellt, dass man das Bauvorhaben nun bewerten kann und auch klare Werte hat, an denen man sich orientieren muss, um dann letztendlich einen Wohnwintergarten oder einen sogenannten unbeheizten Wintergarten (Kaltwintergarten) zu haben.
Hierfür stehen nun diese Werte zur Verfügung.
Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein spezifischer Kennwert eines Bauteils. Er wird im Wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und Dicke der verwendeten Materialien bestimmt, aber auch durch die Wärmestrahlung und Konvektion an den Oberflächen.{Quelle Wikipedia}
Dachkonstruktion - Regenwasseraufbereitung
Wintergarten-Ratgeber:
Bei den Dachflächen ist in der Zwischenzeit das Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben, welche nach den Schneelastzonen verbaut werden müssen. Wie wichtig ist aber die Dachneigung bei der gesamten Dachkonstruktion?
Herr Möller:
Die Schneelastnorm (DIN 1055) wurde, nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall und zwei, drei weiteren Gebäudeeinstürzen in Europa, stark überarbeitet. Nach dieser Überarbeitung hat sich hinsichtlich der Schneelasten auf den Dächern einiges geändert. Eigentlich eher zum Nachteil für die Systemhersteller, weil die Schneelasten in der Regel erhöht worden sind.
Die Dachneigung greift in sofern bei der Dimensionierung ein, dass man sagen kann: Je steiler ein Dach, desto eher rutscht die Last davon ab und desto kleiner können die Profile sein.
Umgekehrt ist es so, je flacher ein Dach ist, man spricht hier von ca. 5 – 25 Grad, desto eher wird der Schnee darauf liegen bleiben und zusätzlich die Dachkonstruktion belasten.
Was dann natürlich mit weiteren Kosten für den Endverbraucher verbunden ist, denn die Profile und das Glas müssen entsprechend stärker dimensioniert werden.
Allerdings muss ein steileres Dach auch machbar sein, da die Architektur in Deutschland zeigt, dass eine Deckenhöhe im Erdgeschoss bei 2,50 m oder gar 2,70 m bei neueren Bauten endet.
Man muss also dementsprechend die Möglichkeit haben, seinen Wintergarten mit 30 bzw. 45 Grad Dachneigung am Haus zu integrieren. Das ist oft schwierig, weil man in eine vorhandene Dachhaut eingreifen muss – aber es ist machbar.
Es ist empfehlenswert, sich für ein steileres Dach zu entscheiden. Nicht nur wegen der Schneelast, sondern auch, dass das Wasser besser abfliesen kann und man gleichzeitig einen kleinen Reinigungseffekt erzielt.
Wintergarten-Ratgeber:
Ist es möglich, Dachrinnen am Wintergartendach anzubringen, um das abfliesende Wasser gegebenenfalls aufzufangen und als eine Art Brauchwasser weiter zu verwenden?
Herr Möller:
Selbstverständlich ist das möglich.
Teilweise wird es sogar schon gemacht - Wasser, welches vom Wintergarten abfliest, beispielsweise einer Hauswasserversorgung zuzuführen oder in einem Bodentank aufzufangen. Es besteht auch die Möglichkeit es in eine Drainage zu leiten, um es versickern zu lassen.
Hitzestauentwicklung - Wärmeschutzglas
Wintergarten-Ratgeber:
Kommen wir noch einmal kurz zurück zur Dachneigung.Kann der Winkel der Dachneigung Einfluss auf die Hitzestauentwicklung haben?
Herr Möller:
Ja das kann sie. Man muss es sich so vorstellen: Wenn man mit einer Taschenlampe auf eine Scheibe leuchtet, genau 90 Grad, dann gehen die Lichtstrahlen dort relativ gerade durch - genau so verhält es sich auch mit den Sonnenstrahlen. Der Winkel der Sonnenstrahlen auf das Glas wird bei einem steileren Dach sehr lotrecht. Wenn man ein sehr steiles Dach hat, dann ist die Neigung zur Sonne hin relativ günstig.
Man kann es vergleichen mit den Solarmodulen, die derzeit oft auch auf freiem Feld zu sehen sind. Diese werden absichtlich schräg gestellt, um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen.
Genauso kann man es sich beim Wintergarten vorstellen, nur dass man einen höheren Wärmeertragsgewinn oder eine höhere Sonneneinstrahlung durch das Glas bekommt. Dies muss dann mit Beschattung, entweder innen- oder außenliegend, und in Verbindung mit einer Lüftung reguliert werden, um angenehme Temperaturen im Wintergarten zu erhalten.
Dies ist ein ganz wichtiger Punkt, den man bei der Planung berücksichtigen muss.
Wintergarten-Ratgeber:
Der Vergleich mit den Kollektoren ist gut verständlich.Noch eine Frage zum Thema Glas. Wärmeschutzglas, bzw. Sonnenschutzglas - welchen Vorteil bieten diese Gläser?
Herr Möller:
Immer wieder ein Diskussionspunkt. Gerade bei Wintergärten, welche nur sehr schwer mit einer außenliegenden Beschattung versehen werden können, rät man Kunden zu solchen Sonnenschutzverglasungen.
Doch wie Sie es schon richtig erkannt haben: Wir wollen ja durchaus Wärme in den Wintergarten bekommen. Das bedeutet, dass man dort ein Glas einsetzt, eine Wärmeschutzverglasung, die zunächst einen sehr guten g-Wert hat (g-Wert ist der Wert, der angibt, wieviel Energie der Sonnenstrahlen in das Bauwerk hindurch gelassen werden {Wärmedurchlässigkeit}). Diese Scheibe ist auf der außenliegenden Seite mit einer Metallbedampfung beschichtet, die verhindert, dass die Wärme im Wintergarten wieder schnell nach außen tritt - das ist die Wärmeschutzverglasung. Diese Verglasung kann jedoch schon auch mal bei einem überhitzten Wintergarten zum sogenannten Treibhauseffekt führen.
Bei der Sonnenschutzverglasung ist es so, dass man den g-Wert sehr niedrig ansetzt, um die Sonnenenergie gar nicht erst in den Wintergarten hinein zu lassen. Dies hat aber den Nachteil, dass man in den Übergangsmonaten oder aber auch in den Wintermonaten die durchaus schon kräftige Sonnenenergie nicht nutzen kann. Hier muss der Wintergarten dann zusätzlich beheizt werden.
In der Zwischenzeit gibt es bereits Gläser auf dem Markt, sogenannte Funktionsgläser, bei welchen man den Energiedurchlass elektronisch regeln kann.
Das heißt, im Winter kann man den g-Wert weit nach oben regulieren, so dass viel Wärme hindurch gelassen wird und im Sommer wird der g-Wert weit nach unten reguliert, um annähernd ein Sonnenschutzglas zu bekommen.
Allerdings besteht, wenn man ein Sonnenschutzglas verwendet, häufig ein Trugschluss, denn die Blendwirkung bleibt trotzdem bestehen. Um diese Blendwirkung zu vermeiden, sollte doch auch die Überlegung einer innen- oder außenliegende Beschattung berücksichtigt werden.
Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig die kompetente und komplette Beratung ist.
Selbstbausatz
Wintergarten-Ratgeber:
Ein Kunde bittet Sie, einen kompletten Wintergarten zu planen, er diesen aber nach Fertigung als Selbstbausatz haben möchte - ist dies bei der Firma Solarlux möglich?
Herr Möller:
Definitiv NEIN! Wie schon am Anfang festgestellt, wird für den Bau eines Wintergartens, und wenn es nur die Fassade und das Dach ist, eine gewisse Fachkenntnis benötigt.
Diese muss auch durch eine Fachausbildung nachgewiesen werden, um derartige Bauvorhaben durchführen zu dürfen.
Bei den angebotenen Selbstbausätzen muss man sich schon intensiv mit Bauwerksabdichtungen, mit Anschlüssen und z. B. auch mit Dübelkräften auskennen, damit der Wintergarten tatsächlich ein Leben lang Freude bereitet.
Wandanschluss
Wandanschluss
Wintergarten-Ratgeber:
Herr Möller, Sie haben gerade ein sehr interessantes Thema angesprochen, nämlich die Anschlüsse.
Der Wandanschluss ist ein großes Thema, welches im Forum immer wieder aufgegriffen wird. Was ist für die Firma Solarlux gerade bei den Wandanschlüssen besonders zu beachten?
Herr Möller:
Beim Wandanschluss ist zunächst einmal der Bestand zu beachten, genauer gesagt: Was für ein Mauerwerk oder Putzsystem ist vorhanden, welchen Befestigungsuntergrund hat man überhaupt.
Das ist manchmal schwer zu analysieren, denn gerade bei älteren Häusern ist es oft kaum mehr recherchierbar, um welchen Befestigungsuntergrund es sich genau handelt.
In diesem Fall führen wir mit unseren Aufmaßtechnikern eine Prüfung durch, d. h., wir fahren zur Baustelle und begutachten das Material. Sollte nichts Genaues festgestellt werden können, machen wir mitunter Probebohrungen, um gerade für den Wandanschluss wichtige Ausgangspunkte festlegen zu können:
- Wie muss er statisch ausgeführt werden?
- Welche Befestigungsmöglichkeiten können wir verwenden?
- Wie bekommen wir für einen Wohnwintergarten eine thermische Trennung in den Wandanschluss?
Belüftung - Schwitzwasserbildung
Belüftung - Schwitzwasserbildung
Wintergarten-Ratgeber:
Bei der falschen Be- und Entlüftung im Wintergarten kann es leicht zur Schwitzwasserbildung kommen. Was sollte der Kunde wissen, damit er Schwitzwasserbildung vermeiden kann?
Herr Möller:
In Deutschland gibt es eine sogenannte Wohlfühlskala, in der aufgeführt wird, bei welcher Luftfeuchtigkeit - in Verbindung mit der Temperatur - wir uns am Wohlsten fühlen.
Bei einem Wintergarten ist es so, dass dieser sich zum Haus hin in seinem thermischen Verhalten völlig anders verhält. Das ist auch ganz einfach zu begründen:
Das Haus wird z. B. mit einem Klinker- oder Tonstein massiv gebaut, welcher im Sommer sehr lange benötigt, um sich aufzuheizen und anschließend die Wärme speichert.
Somit ist hier sehr viel Speichermedium vorhanden.
Beim Wintergarten ist es nun genau anders herum.
Die Elemente wie Glas, Aluminium oder Holz-Aluminium speichern die Wärme nicht. Die Luft aber ist sowohl im Haus, als auch im Wintergarten die Gleiche. Es entsteht z. B. durch die Menschen, die im Haus leben, Luftfeuchtigkeit - durch Duschen, Spülmaschine und dergleichen.
Die Luft ist in diesem Fall wie ein Schwamm. Sie hat Löcher und kann somit nur begrenzt Wasser aufnehmen. Wenn diese, mit Wasser, angefüllte Luft auf eine kalte Fläche trifft, zieht sie sich erst einmal zusammen und entleert die Feuchtigkeit an der kalten Fläche (wie ein Schwamm, der zusammengedrückt wird).
Was man dagegen tun kann ist vor allem vernünftig Lüften!!
Das heißt – Stoßlüften und nicht Dauer-Kipp-Lüften.
Solarlux hat hierzu ein Merkblatt erstellt, mit ca. 40 Tipps zum richtigen Lüften, welches wir unseren Händlern kostenlos zur Verfügung stellen.
Zudem führen wir für unsere Händler Schulungen durch, in denen man die Berechnungen für den Wintergarten, sog. Luftwechselraten (wie viel Wasser anfällt) lernt.
Wir geben Ihnen Beispiele und Einsatzempfehlungen für zu verwendende Fenster oder Lüftungsgitter.
Anhand eines Fallbeispiels rechnen wir mit unseren Schulungsteilnehmern einen Wintergarten durch und können anschließend sagen, dass dort z.B. 5 Drehkippfenster, 1 Faltanlage und 2 Dachlüfter eingebaut werden.
Wintergarten-Ratgeber:
Sind elektrische, bzw. automatische Steuerungsanlagen in diesem Fall die beste Lösung?
Herr Möller:
Ja genau. Wie man die Lüftung genau bewerkstelligt, ist je nach Empfinden und nach dem Einsatz des Wintergartens individuell zu planen, da man den Wintergarten unterschiedlich nutzen kann.
Materialien
Wintergarten-Ratgeber:
Ebenfalls ein Hauptthema im Wintergartenbau ist das Konstruktionsmaterial, denn es gibt die unterschiedlichsten Materialien wie Aluminium, Kunststoff, Holz und Holz-Alu -
Gibt es einen Favorit bei Solarlux?
Herr Möller:
Wir, also Solarlux, produzieren keine Kunststoff-Wintergärten. Wir fertigen ausschließlich Aluminium- und Holz-Aluminium-Wintergärten. Einen Favoriten für mich persönlich gibt es an sich nicht, aber der Markttrend bei Solarlux ist so, dass ca. 80% - 85% der Wintergärten in Aluminium ausgeführt werden und der Rest in Holz-Aluminium.
Wenn man sich den gesamten Markt ansieht, dann ist der Anteil an Aluminium-Wintergärten mit ca. 50% schon sehr dominant. Der Rest teilt sich in ca. 25% Holz-Aluminium-Wintergärten und in ca. 25% Kunststoff-Wintergärten (dies sind allerdings keine sichergestellten Zahlen) auf.
Vorteil bei der Aluminiumkonstruktion ist, dass sie pulverbeschichtet ist, welches ähnlich einer Autolackierung entspricht. Dadurch ist diese Konstruktion sehr pflegeleicht und witterungsbeständig, und somit der Erhaltungs- und Pflegeaufwand sehr gering ist.
Beim Holz-Aluminium-Wintergarten hingegen ist das Argument sicherlich regional bedingt und die Behaglichkeit. Unsere Empfehlung ist, das Holz mind. 1x pro Jahr zu kontrollieren, ob sich eventuell leichte Risse gebildet haben, in welche Luftfeuchtigkeit eindringen und das Holz faulen könnte. Von außen ist der Wintergarten mit dem Aluminium geschützt.
Spannungsgeräusche
Wintergarten-Ratgeber:
Wie verhält es sich bei diesen Konstruktionen mit den Spannungsgeräuschen?
Herr Möller:
Hier unterscheidet sich ein wenig die Qualität der Systemhersteller.
Berücksichtigt man in der grundlegenden Entwicklung der Profile schon Längenausdehnungen im Material, dann kann man Spannungsgeräusche schon sehr stark minimieren.
Hinzu kommt, dass der Wintergarten spannungsfrei aufgebaut werden muss.
Legt man eine Scheibe in eine Dachkonstruktion und baut diese fest ein, führt dies eher zu Spannungen, weil sich das Glas bei Wärme- oder Kälteeinwirkung völlig anders verhält als das Holz oder das Aluminium. Durch das unterschiedliche Dehnungsverhalten der Materialien kommt es dann zu dieser unangenehmen Geräuschbildung.
Gewährleistung
Wintergarten-Ratgeber:
Sie haben es schon gesagt: Haltbarkeit und / oder Gewährleistung.
Manche Kunden sprechen von einem Preisverfall bei einem Wintergarten. Etwa bezogen auf die Haltbarkeit, wie eben schon angesprochen bei Kunststoff, dass es an Konsistenz verliert und unansehnlich wird. Was kann man darunter verstehen?
Herr Möller:
Man muss auf jeden Fall aufpassen, denn die Begriffe Gewährleistung und Garantie werden zum einen auf unterschiedliche Weise interpretiert und zum anderen teilweise auch falsch vom Markt gehändelt.
Grundsätzlich ist es so, dass der Hersteller Garantie auf seine Konstruktion gibt, in der Regel sind das 1 – 2 Jahre (die Konstruktion hält so lange, ohne dass sie etwas daran tun müssen, laut Hersteller). Das können wir gewährleisten auf Dichtigkeit, Farbechtheit usw.
Weiterhin gibt es eine Garantie, die man mit dem Kunden vereinbaren kann.
Die Gewährleistung ist in der Regel 5 Jahre lt. BGB. Diese Frist kann man verlängern, wenn man eine Art Wartungsvertrag abschließt und den Wintergarten von seinem Wintergartenbauer mind. einmal im Jahr prüfen lässt, ob alles in Ordnung ist.
Ein Preisverfall im Bereich Wintergarten bezüglich des Einkaufs kann ich nicht feststellen. Was man aber derzeit feststellen kann, ist der Trend zu Terrassendächern, der sich dieses Jahr noch einmal verstärkt bemerkbar macht.
Der Trend heißt also eher: „Weg vom Wohnwintergarten - hin zum Terrassendach“.
Türvarianten - Brandschutz
Wintergarten- Ratgeber:
Kommen wir nun zum Thema "Türvarianten". Es gibt die unterschiedlichsten Varianten – welche Empfehlungen bzw. Ratschläge haben Sie zu diesem Thema?
Herr Möller:
In erster Linie geht es auch hier um den Kundenwunsch - ob Dreh-, Schiebe-, Kipptüre oder Faltanlage. In zweiter Linie geht es darum, das Bedürfnis herauszufinden.
Solarlux ist bekannt dafür, große Faltanlagen einzubauen - so kann man sich die Natur ins Haus holen.
Bei einer Schiebetür muss man sich in der Regel dafür entscheiden, ein Element zum Schieben und ein festes Element zu haben. Das heißt, man kann nur 40-45 % der Fläche öffnen.
Mit einer Faltschiebeanlage ist man wesentlich flexibler unter anderem auch bei der späteren Einrichtung.
Mit berücksichtigt werden muss hier natürlich die Be- und Entlüftung.
Eine persönliche Erfahrung ist, dass sich die Laufwege mit einem Wintergarten verändern. Früher wurden bspw. die Bioabfälle durch einen Hauswirtschaftsraum hinausgebracht, heute geht man eben mal schnell durch den Wintergarten hinaus.
Wintergarten-Ratgeber:
Und genau diese Erfahrungswerte bringen ihre Berater sicherlich in ein Kundengespräch mit ein.
Was können Sie mir zum Thema Brandschutz sagen - Brandschutz im Wintergartenbau bzw. auch ganz speziell im Bereich eines Wintergartens bei einem Reihenhaus?
Herr Möller:
Baurecht ist Länderrecht und es ist nicht zwingend vorgeschrieben, eine Brandschutzwand zum Nachbarn hin aufbauen zu müssen. Jede Stadt, jede Kommune kann für sich selbst bestimmen, welche Brandschutzvorschriften gelten.
Wobei ich ihnen zustimmen muss, dass es im Reihenhausbereich häufig so ist, dass dort Brandschutzvorschriften geltend gemacht werden, gerade im Wintergartenbaubereich.
Es gibt konstruktive Maßnahmen den Wintergarten brandschutztechnisch zu bauen und diese Maßnahmen sind nur etwas aufwendiger als normale Konstruktionen.
Zwei Lösungsbeispiele:
1. Wand zum Nachbarn hin in einen Stahlrahmen zu fassen. Wird das Element sehr erhitzt und droht herauszufallen, wird dieses über den Stahlrahmen gehalten und fällt eben nicht heraus.
2. Man setzt im Dachbereich sogenannte Makrolon – oder Kunststoffplatten ein. Diese Kunststoffplatten verflüchtigen sich im Falle eines Feuers sehr schnell, weil sie verbrennen und somit kein Rauch mehr zum Nachbarn quellen kann. Die Flammen schlagen oben aus dem verbrannten Dach heraus.
Aber wie gesagt, die Brandschutzverordnung wird immer länderspezifisch individuell ausgelegt.
Schlusswort
Wintergarten-Ratgeber:
Herr Möller, eine abschließende Frage: Gibt es von Ihrer Seite aus etwas, worauf sie Bauherrn ausdrücklich hinweisen möchten, oder einen besonderen Service, den Solarlux seinen Kunden anbietet?
Herr Möller:
Hinweisen möchte ich sicherlich noch einmal darauf, dass Fenster und Fenstertüren zum 01.02.2010 eine CE-Zeichnung haben müssen. Damit gibt der Hersteller eine Komformität an den Endkunden weiter, mit der er vermittelt, dass sein Produkt geprüft ist.
Unsere Elemente sind alle CE-zertifiziert.
Wobei der Wintergarten an sich nicht CE kennzeichnungspflichtig ist, sondern nur die eingebauten Elemente.
Wir geben dies ohne Aufforderung an unsere Händler weiter. Den Service, den wir unseren Händler und auch unseren Kunden garantieren, ist die umfassende und sehr intensive Planung.
Wir haben im Landkreis Osnabrück einen sog. Testmarkt. In diesem Testmarkt verkaufen wir direkt an die Endkunden. Die Erkenntnisse, die wir aus diesem Markt bekommen, geben wir unseren Händlern weiter - in Form von Schulungen und in Form von Ausarbeitungen, die die Händler nutzen können, um anschließend bei ihren Endkunden ein vernünftiges und sauberes Bauwerk abzugeben.
Wintergarten-Ratgeber:
Wir bedanken uns recht herzlich für das informative Interview mit Ihnen und wünschen weiterhin viele gute Geschäfte.
Herr Möller:
Wir haben im Landkreis Osnabrück einen sog. Testmarkt. In diesem Testmarkt verkaufen wir direkt an die Endkunden. Die Erkenntnisse, die wir aus diesem Markt bekommen, geben wir unseren Händlern weiter - in Form von Schulungen und in Form von Ausarbeitungen, die die Händler nutzen können, um anschließend bei ihren Endkunden ein vernünftiges und sauberes Bauwerk abzugeben.



































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