Hallo Stefan,
schön, dass du dir 2-3 Jahre Planugszeit für den Wintergarten gönnst. So hast du auch ausreichend Zeit, um dir alle Details für dein individuellen Anforderungsprofils (auch dem in 10 oder 15 Jahren) bewusst zu machen und zu konkretisieren sowie Verständnis für die komplexe Funktionsweise eines "Glasbaues" zu gewinnen. Wir hatten wg. des Streits um die Baugenehmigung zwangsweise vier Jahre Zeit dafür...im Nachhinein jedoch sehr, sehr nützllich. Seit mehr als sieben Jahren ist unser Wintergarten inzwischen für uns die Lebensqualität pur, der meistgenutzte Raum im Haus und wir würden ihn mit dem gleichen Anbieter wieder nahezu ganz genau so bauen... o.k., es gibt günstiger Möglichkeiten "umbauten Raum" zu schaffen, aber kaum einen attraktiveren...gute Planung und Bauausführung vorausgesetzt
Hast du schon eine mögl. genaues Nutzungsprofil für den Wiga zu erstellen. Also, welche Wünsche und Erwartungen ihr daran habt, z. B. ob es ein auch im Winter zu nutzender Wohnraum sein soll, ein wettergeschützter "Garten" für die Übergangszeit, der im Sommer kplt. zu öffnen ist oder ein subtopisches Pflanzenhaus. Davon und den örtlichen Gegebenheiten hängt die Konstruktion des Wigas ab, welche Materialien verwendet und wie das Konzept für Be- und Entlüftung, -heizung, -beschattung und Steuerung des ganzen aussehen muss.
Ein "verglaster Anbau", egal ob Wohnwintergarten oder Anlehngewähshaus, be- oder unbeheizt stellt schon extreme bauphysikalische Anforderungen an Planung, Material und Bauausführung, wenn man damit auch nach vielen Jahren noch Freude haben will! Da ist es nicht sinnvoll, sich irgend einen Wiga "zu kaufen". Das funktioniert sicherlich bei einfacheren Dingen, wie z. B. "ich hätte gerne 4,20m Auto" ... ein Wiga ist komplexer...
Eine Investition, sei sie auch noch so billig, ist rausgeschmissenes Geld, wenn es nicht den gewünschten Nutzen bringt, auch die nicht ausgesprochenen Wünsche aus dem Unterbewustsein...
Zur Konkreten Frage hat Habschoneinenwiga Recht. Wärme gibt's im Sommer genug und ne gescheite Dach und Vertikalverschattung, idealerweise außen, natürlich automatisch gesteuert ist ein Muss, wenn es einen geschlossenen Wintergarten geben soll. Bei einer Überdachung, wo die Seitenteile meist offenstehen und nur "gelegentlich" geschlossen werden und witterungsgschützt zu sitzen ist dann nur ein Blendschutz erforderlich.
Wir haben Gürtel und Hosenträger...

also kplt. Verschattung sowie automatische Be- und Entlüftungund und einen leistungsfähigen Venti mit 1.700m³/std., der >20 Luftwechsel pro Std. schafft sowie eine Umluftschleife, die die warme Luft aus dem First des Wiga in den Keller lenkt. Im Sommer schaffen die >20 Luftwechsel, obwohl über 20m durchs das Erdreich geführt und daher teils 10° kühler als die Außentemperatur, es nicht, ohne Verschattung ein angenehmes Klima im Wintergarten zu bekommen. Die Verschattung alleine schaft es jedeoch. Nachts gelüftet und vor Sonnenaufgang alle Schotte dicht, bleibt es im Wiga bis zum Nachmittag kühler als draußen

Bei den schönen Tagen im September habe ich mal einige Messreihen gemacht, um den Wärmegewinn druch die Umluftschleife zu berechnen... ist leider sehr ernüchternd. Ein Wintergarten taugt nicht besonders gut als "70m³-Luftkollektor". Obwohl ohne Verschattung die Luft über 5 Std. mit >40° in den Keller geblasen wurde...

Die Effizienz dürfte daher bei ein Wärmepunpe auch nicht viel besser sein, da sehr, sehr großen Luftmengen notwendig sind, um ein paar kw Energie einzufangen. Entweder ist es im Wiga dann viel zu warm oder es ist aufgrund der Luftströmungen und des Geräuschpegels unangenehm.
Der Wiga würde an schönen Tagen schon auch in der Heizperiode eniges an Wärme von der Sonne einfangen, nur lebt es sich halt nich so toll in einem Luftkollektor...

Der Versuch, Wärme aus dem Wiga per Fußbodenheizung zu generieren ist auch nicht so erfolgreich, da der Boden durch Tische Stühle, Pflanzen etc. doch ziemlich beschattet ist.... auf eine Wandflächenheizung hatten wir verzichtet, da wir eine 3,2m breite Hebe-Schiebetüre in die Anbauwand eingebaut haben haben noch ein Regal da steht, bleibt nur wenig "unverschattete" Wand übrig...
Wir haben Wintergarten vom Wohnzimmer thermisch und akustisch getrennt, um die 28m² als separaten Raum nutzen zu können. Hier sind wir sehr, sehr froh, uns gegenüber dem Wiga-Bauer durchgesetzt zu haben... scheint die Sonne, heizt der Wiga Wozi und die halbe Etage mit, nachts darf der Wiga auskühlen, ohne dem Wozi die Wärme zu entziehen...das Konzept funktioniert super...
Viel Spaß bei der Planung und gönn dir die Zeit, mögl. viele seit mehreren Jahren gut funktionierende Wintergärten von verschiedenen Anbietern anzusehen.