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Heizung Wiga Nordseite

Fragen technischer Natur zum Thema Wintergarten

Moderator: ClaudiaC

Heizung Wiga Nordseite

Beitragvon Mike25 » Di 15. Mai 2012, 15:05

Hallo

Ich plane einen kleinen Wintergarten (~15qm) an der Nordseite meines Hauses. Zwischentüre zum Haus bleibt erstmal erhalten. (Alle Gläser U-Wert 1,1).
Nun beschäftige ich mich gerade mit dem Heizungsthema. Als Bodenbelag sollen Fliesen eingesetzt werden. Daher ist der Wunsch nach einer Fußbodenheizung natürlich da... nur ist diese ja sehr träge, daher ist wohl eine Bodenkanalheizung sinnvoller. Oder vielleicht beides? (Heizkörper und Fußbodenheizung sind im Haus schon vorhanden, daher stehe hohe und niedrige Vorlauftemperaturen zur Verfügung).

Der Wintergarten (Pultdach) hat drei Glasseiten. Sollen dann an allen drei Seiten diese Bodenkanalheizungen installiert werden, oder reicht eine an der Front? Soll ich ein paar Heizschlangen im Fußboden verlegen als Minimalheizung und den Rest bei Bedarf über die schnelle Bodenkanalheizung erledigen?
Oder kann ich den Rücklauf der Bodenkanalheizung als Fußbodenheizung benutzen?

Ist es überhaupt sinnvoll einen Wiga an der Nordseite als permanenten Wohnraum (auch im Winter) zu nutzen? Heizkosten sind bestimmt hoch, oder?


Wäre für ein paar Ratschläge, Tips und Erfahrungen wäre ich dankbar...
Freue mich auf eine rege Diskussion :)

Gruß Mike
Mike25
 
Beiträge: 1
Registriert: Di 15. Mai 2012, 14:46

Re: Heizung Wiga Nordseite

Beitragvon Martin » Do 17. Mai 2012, 19:56

Mike25 hat geschrieben:Ist es überhaupt sinnvoll einen Wiga an der Nordseite als permanenten Wohnraum (auch im Winter) zu nutzen? Heizkosten sind bestimmt hoch, oder?


Herzlichen Glückwunsch, Kernproblem erkannt! Es ist grundsätzlich nicht sinnvoll, einen Wintergarten als permanenten "Wohnraum" zu nutzen. Mit 1,1er Gläsern ist bei einem Wiga, je nach Rahmen- bzw. Pfosten-/Riegelkonstruktion, mit dem 3-4fachen Wärmebedarf eines "normalen" Wohnraums zu rechnen. Daher sollte ein Wiga eigentlich ja auch unbeheizt aber auf jeden Fall thermisch von den Wohnräumen getrennt sein.

Was du machst ist natürlich deine Sache, du musst es ja auch bezahlen und gegenüber dir und den nächsten Generationen verantworten ... und da sind wir ganz schnell bei anderen Energieverschwendern wie SUVs oder mit 220 km/h über die Autobahn jagen... :oops:

Wir haben einen "beheizbaren" Wiga mit Bodenkanal- und Fußbodenheizung, erstere sind Gebläsekonvektoren um den Wiga bei Bedarf und nicht vorhandener "natürlicher Strahlung" (3 - 5x im Jahr) in akzeptabler Zeit auf Wohnraumtemperatur aufheizen zu können. Ansonsten hält die Heizung den Wiga frostfrei. Wenn es draußen drübe und Schmuddelwetter hat, macht es uns übrigens auch kein Spaß im Wiga zu sitzen, da ziehen wir uns lieber ins Wozi oder Küche zurück, Beheizung daher überflüssig, und scheint die Sonne wird es im Wiga auch bei -20° ruckzuck schön warm...allerdings ist der Wiga auch nach Süd-Ost ausgerichtet...;-)

Lass eine Wärmebedarfsberechnung (inkl. Wiederaufheizzuschlag für nicht ständig beheizte Räume) machen, kostet nich viel und du kannst abschätzen, mit welchem Heizsystem du den Wiga überhaupt ausstatten kannst. Fußboden- und Wandflächenheizungen sind träger als Konvektorenheizungen, dafür kommen sie mit geringeren Vorlauftemperaturen aus. Wenn Fußbodenheizung, die m. E. alleine nicht ausreichen dürfte, dann bitte ein System, wo die Heizschlangen direkt unter den Fliesen liegen und nicht erst unötige Masse (Estrich) augeheizt werden muss, bis Wärme an den Raum abgegeben werden kann.

Wenn dir der Wärmebedarf und die Investitionskosten für die Beheizung des Wigas vorliegen, kannst du entscheiden, ob dir der Nutzen diese Wert sind. Die Entscheidung musst du leider in der Planungsphase treffen, hinterher kannst du i. d. R. nix mehr daran ändern... :o

Mein Tipp: Ein Wiga ist ein hoch komplexes System mit extremen phisikalischen Anforderungen. Nehme dir für die (Vor-)Planungsphase ausreichend Zeit und schau dir auch die "guten Ratschläge" dazu in meinen anderen Beiträgen hier im Echo dazu an. Ein Wintergarten kann der mit Abstand schönste Raum im Haus sein, bei unzureichendem Nutzungsprofil, schlechter Planung oder mangelder Bauausführung jedoch auch eine richtig teuere Fehlinvestition... wenn er nicht den gewünschten / erhofften Nutzen bietet oder gar Schäden an der Bausubstanz anrichtet.... :shock:

Viele Erfolg und Spaß bei der Planung
Martin
 
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