Bodenaufbau im Wintergarten

Fragen technischer Natur zum Thema Wintergarten

Moderator: ClaudiaC

Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon Andreas66 » Fr 11. Feb 2011, 17:36

Hallo,

wir planen unsere Terrasse mit einem Wintergarten auszustatten (4,5m x 5,5m). Es soll ein Wohnwintergarten werden. Unsere bisherigen Recherchen haben uns einen ordentlichen Überblick über Aufbau und Kosten ab Fußboden gegeben.
Alle Wintergartenbauer haben bei der Frage abgeblockt, was beim Aufbau des Fußbodens noch auf uns zukommt. Vielleicht kann mir hier jemand helfen?

Wie sieht ein ordentlicher Bodenaufbau für einen Wohnwintergarten aus?

Gruß
Andreas
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon gast21086 » So 13. Feb 2011, 21:04

Hi,
wir sind gerade mit der Planung für den Boden fertig. Die Frage ist, wie hoch der Aufbauhöhe ist bis Oberkante Fußbodenbelag.
Wir werden folgenden Aufbau nehmen (bei z. Zt. nicht isolierter Betonplatte auf Erdboden):
- Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit
- Ausgleichschüttung zur Herstellung einer planen Fläche
- Styrodurisolierung 4cm
- Styrodurisolierung 2 cm (die beiden Schichten werden überlappend gelegt)
anschließend kann man normalen Estrichaufbau wählen.
Wir haben uns für einen Fußbodenheizungsaufbau in trockener Bauweise entschieden.
Nach 24 Std. kann sofort gefliest oder so werden.

http://lindner-norit.de/de_DE/norit-produkte.html

Die von Norrit haben nette Videos, die alles erklären. Anschließend einfach den nächsten Vertreter von Norrit benennen und ein Angebot machen lassen.
Klar, dass die nicht gern drüber reden, ist nämlich teuer:
bei uns belaufen sich die Kosten für 16 m² für alles auf ca. 3400 ,-- €.

Ob wir das wirklich machen, wissen wir noch nicht.
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon Martin » So 13. Feb 2011, 22:34

gast21086 hat geschrieben:Hi,
Wir werden folgenden Aufbau nehmen (bei z. Zt. nicht isolierter Betonplatte auf Erdboden):
- Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit


Auf die Betonplatte gehört eine Abdichtung gem. DIN 18195, Teil 4 und Teil 5:

nix "Folie"...sondern, Abdichtung mit Bitumenbahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen aus PIB oder ECB oder Kunststoff-Dichtungsbahnen aus PVC weich...
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon gast21086 » Di 15. Feb 2011, 05:18

Hi, mir wurde folgende Abdichtung vorgeschlagen:

Abdichtung der Bodenplatte mit PVC Estrich-Folie kalt verschweist und an den Mauerwerks und Wintergarten Wänden verklebt

Der weitere Fußbodenaufbau ist laut Angebot wie folgt:

Trockenschüttung: Liefern und Einbringen einer baubiologisch
unbedenklichen Trockenschüttung aus geblähtem Ton zum Ausgleich von
Unebenheiten im Untergrund

Liefern und Einbauen von Dämplatten Eurowall PUR/PIR Hartschaum WLS 024 20mm; Liefern und Einbauen von Dämmplatten
Eurowall Pur/PiR Hartschaum WLS 024 40mm

Holzweichfaserplatte auf Schüttung

Anschließend kommt das Fußbodenheizungssystem in trockener Bauweise von Norrit

Der Preis ist laut Angebot wie oben angegeben. Der Vorteil bei dieser Bauweise wäre: schnell fertig und die Heizschlangen liegen direkt unter den Fliesen, ist also ein relativ schnelles System, da nicht erst der Estrich aufgeheizt werden muss. Nachteil: Kosten
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon Martin » Di 15. Feb 2011, 20:57

Hallo gast21086,

"PVC-Estrichfolie kalt verschweist" sagt erstmal nix darüber aus, ob sie für deinen Anwendungszweck wirklich geeignet ist...

Die Folien aus Weich-PVC gibt es m. W. z. B. schon ab 0,3 mm oder aber auch in 2 mm Dicke... Prüfe oder besser noch, lass dir bestätigen dass die von dir vorgesehene PVC Estrich-Folie für folgende Anwendungszweck zugelassen / geeignet ist:

DIN 18 195 Bauwerksabdichtungen
- Teil 4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden
- Teil 5: Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen

Wenn du auf der sicheren Seiten sein willst, dann achte auf einen hohen SD-Wert, so ist der Fußbodenaufbau auch vor Dampfdiffussion aus Erdreich und Bodenplatte geschützt ... in einem Wiga ist es nämlich nicht immer 24 Std. an 365 Tage schön warm ... ;-)

Die Folie soll auf einer erdberührenden Betonplatte verklebt werden und du kannst sicher sein, dass das Erdreich unter der Bodenplatte tiefer als 30 cm frei von "Staunässe" ist? Abdichtungen gehören übrigens in das Fachgebiet der Dachdecker, auch wenn's unter der Erde oder auf dem Kellerfußboden ist...

Noch ein paar Frage:
- ist die Fußbodenheizung die einzige Heizung im Wiga, mit welcher Leistung ist sie geplant?
- liegt eine Wärmebedarfsberechnung inkl. Zuschlag für nicht dauerhaft beheizte Räumge vor?
- passt beides zusammen?
- ist zwischen Wiga und hinterliegenden Räumen eine thermisch Trennung geplant oder alles offen?


Hallo Andreas66,

wenn Wintergartenbauer dir keine Auskunft zu allem unter ihrem Niveau (nicht intellektuell gemeint) geben, ist das eigentlich seriös... denn da kennen sie sich nämlich i. d. R. überhaupt nicht aus....wobei das bei viele leider auch für den "Mikrokosmos Wintergarten" gilt...:-(

Sie bauen auf einen belastbaren / tragfähigen "Grund" auf. Wichtig ist für sie dann das Niveau, also wie hoch der Fertigfußboden über dem Rohboden geplant ist. Der Fußbodenaufbau wiederum ist von vielen Faktoren abhängig, z. B. ob eine Bodenplatte gegossen wird, nur Punkt oder Streifenfundamente vorhanden sind, unter der Bodenplatte eine Perimeterdämmung vorgesehen, mit aufstauenden Wasser zu rechnen ist, ob Unterflurkonvektor-/Bodenkanal und/oder Fußbodenheizung, div. Heizungs-/Elektro-Installationen usw. im Fußboden geplant sind, und, und ...

Viele Anbieter waren mal Fensterbauer oder Zimmereien / Bauschreinereien und da es in ihrem Fach nix mehr zu verdienen gabt, werden Überdachungen und Wintergärten gebaut... aber funktionierende Wintergärten sind jedoch weit mehr als eine Aneinanderreihung von Fenstern oder verglaste Überdachungen, daher sollte man schon genau hinschauen, was man wo kauft... richtig dimensionierte Be- und Entlüftung, wirksame Beschattung und inteligente Steuerung dessen sind Voraussetzung, um an der Investition Freude zu haben.

Ein Wintergarten ist ein hochkomplexes Gebilde mit extremen Anforderungen durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Es empfiehlt sich zuerst ein Nutzungsprofil (Vorstellungen, Erwartungen, auch die Wünsche aus dem Unterbewusstsein..) zu erstellen und auf dieser Grundlage zu Planen... ein Wiga, der den gewünschen Nutzungszweck nicht erfüllt, kann noch so "preisgünstig" gewesen sein, führt auf Dauer leider zu Frust und Ärger... ist also raus geworfenes Geld...
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon gast21086 » Di 22. Feb 2011, 19:23

Hallo Martin,
bei der Folie werde ich Deinen Ratschlag befolgen, habe demnächst Termin mit meinem Fußbodenbauer.
Termische Trennung zum Innenraum ist vorhanden, der Wintergarten wird auf die vorhandene Terasse gebaut, die Terassentür bleibt aber unverändert. So gewinnen wir einen "richtigen" Zusatzraum und können den Wiga auch mal auskühlern lassen.
Der Wiga hat eine Fläche von 16 m² und ist nach südwesten ausgerichtet. Die Fußbodenheizung würde möglicherweise reichen, aber wenn der Wiga mal auskühlt, weil nicht benutzt, würde es wohl eine Weile dauern, bis er richtig aufgeheizt ist. Wir planen zusätzlich ein Klimasplitgerät von Daikin einzubauen (Daikin-Inverter-Truhengerät R410A Typ FVXS50F). Das hätte den Vorteil, schnell den Wiga aufzuheizen. Auch würde der Wiga dadurch automatisch entfeuchtet. Theoretisch reicht das Gerät allein schon zum Heizen, aber durch die Fußbodenheizung würden sich die Stromkosten reduzieren und der Fußboden würde schnell warm. Nur die Kosten ...
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Re: Bodenaufbau im Wintergarten

Beitragvon Aufklärer » Mi 23. Feb 2011, 00:08

Lieber gast21086,

sollte man wirklich einen transparenten Anbau errichten, um ihn dann mit einer Klimaanlage zu kühlen? Genausogut könnte man sich einen Ferrari kaufen, den man nur mit angezogener Feststellbremse fährt, weil er sonst zu schnell wäre...

Außerdem ist ein Klima(split)-Gerät als Heizung, neben der Tatsache, dass die Aufnahme solcher Geräte in einem normalen Haushalt wohl ihresgleichen sucht, ein klein wenig fragwürdig... Braucht man die Heizung wirklich, funktioniert sie nämlich wahrscheinlich nicht: Daikin z.B. gibt den temperaturabhägigen Funktionsbereich der meisten Außengeräte für das Heizen mit einer Minimaltemperatur von -15°C (Feuchtkugel) an... Ausdrücklich Feuchtkugel! Trockenkugel (d.h. "normales" Thermometer) dürfte dann so bei -11, -12 oder -13°C liegen...

Danach? Halt ohne Heizung bei -18°C Außentemperatur. Tolles System, dass schon nach technischem Datenblatt genau dann versagt, wenn ich es wirklich brauche!

Gruß
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