Holzboden im Wintergarten, was beachten?

Allgemeine Fragen zum Thema Wintergarten

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Holzboden im Wintergarten, was beachten?

Beitragvon blaubaersurfen » Mi 5. Okt 2011, 13:51

Hallo,

wir wollen in unserem neuen WIntergarten einen Holzboden haben. Wie muss man den Bodenaufbau machen? Was wir haben ist eine 20cm Betonsohle. Ich dachte nun einfach 1. Folie ; 2. Balken ; 3. Dämmung zwischen die Balken ; 4. Dielen auf die Balken

Geht das so einfach oder welche Besonderheiten sind zu beachten? Brauche ich spezielle Holzsorten oder Verlegetechniken oder sonst was?

Gruß, Olav Wickmann
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Re: Holzboden im Wintergarten, was beachten?

Beitragvon Martin » Mi 5. Okt 2011, 17:26

Hallo Olav,

was ist unter der Betonbodenplatte? Wenn erdberührend, reicht da eine "Frischhaltefolie" nicht aus, da muss dann eine richtige Abdichtung nach DIN 18195, mind. gegen Aufsteigende Feuchtigkeit hin. Unter den Schwellen des Wintergarten sind hoffentlich Dichtungsbahnen mit entsprechendem Überstand verlegt, an den du die Abdichtung gescheit anschließen kannst?

Ne Perimeterdämmung ist nicht zufällig unter der Betonplatte schon drunter oder? Sind die Köpfe der Betonplatte freiliegend oder gedämmt, mit Fundamenten?

Wenn nicht beheizt und außerhalb der thermischen Hülle des Hauses gelegen, kannst du nach der Abdichtung auf den Boden eigentlich machen was du willst... empfehlenswert ist jedoch die Verwendung von verwindungsfeien(-armen) Hölzern, die gut mit den extremen Schwankungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit in sehr kurzen zeitlichen Abständen (TAg/Nacht) eines Wintergartens klar kommen, also "stabil" bleibt. Beim Verlegen darauf achten, dass das Holz gut "arbeiten" kann.

Je nach örtlicher Gegebenheit musst du bei Verwendung von Dämmstoffen im Fußbodenaufbau aufpassen, dass der Taupunkt sich nicht so in die Dämmschicht verschiebt, dass die Konstruktion nicht mehr kplt. austrocknen kann und "absäuft"... ggf. an Dampsperre/-bremse denken.

Hast du als Alternative zu Dielen auch mal an Holzpflaster gedacht? Wenn du genügend Aufbauhöhe hast, kannst du mit den "Holzklötzen" einen sehr attraktiver und extrem widerstands-/strapazierfähiger Bodenaufbau gestalten... Mittler zwischen Drinnen und Draußen...
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Re: Holzboden im Wintergarten, was beachten?

Beitragvon blaubaersurfen » Do 6. Okt 2011, 13:23

Hallo Martin.

Also die Bodenplatte liegt direkt auf dem Erdreich auf. Rundherum gibt es Fundament mit 80x40. Aktuell steht der Wintergarten ja noch nicht. Wir sind noch in der Planungsphase. Die Bodenplatte ist bisher nicht gedämmt oder isoliert. Reiner Beton auf dem Boden. Bisher ist es nämlich eine Terrasse. Er soll aber ganzjährig nutzbar sein, sprich er soll auch beheizt werden. Normale Zentralheizung, keine Fussbodenheizung.
Das mit der Dampfsperre ist noch ein guter Tipp, Danke. Dieses Holzpflaster schaut recht gut aus aber ist wohl schwer zu bekommen. Weisst du was sowas kostet?
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Re: Holzboden im Wintergarten, was beachten?

Beitragvon Martin » Fr 7. Okt 2011, 18:58

Schön, du planst den Fußbodenaufbau bevor der Wiga steht...ist wirklich nicht selbstverständlich ... Gönnst du dir auch die Zeit, die sehr komplexen Zusammenhänge einem vielen Extremen ausgesetzen Bau, wie dem Wintergarten vollständig zu verstehen, um bei der Wahl von Be- und Entlüftung, Verschattung, Beleuchtung und automatische Steuerung, die richtigen Entscheidungen treffen zu können?

Zu deiner Frage: Wiga-Bauer beschäftigen sich leider i. d. R. nicht mit allem, was unter ihrem Niveau liegt, dafür gibt's halt andere Fachleute... ;) Am Besten wäre es, wenn du die Betonplatte ganzflächig mit Schweißbahnen gegen aufsteigende Feuchtigkeit isolierst, dann hast du keine Anschlussprobleme. Geht natürlich auch mit allen anderen für die Anwendung nach DIN 18195 zugelassenen Abdichtungen. Für Abdichtungen ist übrigens der Dachdecker verantwortlich, auch wenn's unter der Erde ist... :o

Halte aber erst Rücksprache mit dem Wiga-Bauer, ob er bauseits einen Betonssockel in welcher Höhe voraussetzt oder eine Hartholzschwelle zum Aufbau des Wigas "mitbringt".

Wieviel Aufbauhöhe Rohboden <-> OKFF hast du? Danach richtet sich die Wahl des Fußbodenaufbaus. Nach EnEV2009 solltest du mind U<0.5Wm²K erreichen :!: Ich hoffe jedoch, du willst den Wiga nicht ständig beheizen, also ganz normal als Wohnraum nutzen oder sogar in die thermische Hülle des Gebäudes integrieren :shock: ... sondern ihn nur "beheizbar" machen, um an wenigen Tagen im Jahr ihn auch nutzen zu können, wenn die Sonne nicht mit spielt.

Ständig beheizte Wintergärten, die dann auch noch nicht mal vom Haus thermisch getrennt werden können, führen den Nutzen des tolle Wintergartenprinzip ad absurdum... :twisted: Selbst beste Glasflächen haben leider immer noch einen gut dreifach höheren Wärmeverlust als gute Wände... :idea: Und bei kalten "Wandoberflchen" bleibt das Raumklime durch den Kältezug auch bei ganz doll heizen immer noch recht unangenehm...

Preise sind örtlich leider viel zu verschieden, als wenn dir da jemand brauchbare Zahlen nennen könnte. Bischen Suchen wirst du wahrscheinlich schon üssen, Händler für "biolagische Baustoffe" oder Sanierer von historischen Gebäuden können dir hier Tipps geben. Gibt auch Börsen für alte Baustoffe, da kannst du evtl günstig an richtig altes Holzpflaster herankommen, verlegen, abschleifen, versiegeln, fertig. Wenn Holzboden, sind Dielen im Wintergarten immer riskannt. Durch die extremen Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, arbeitet das Holz ganz extrem und "kleinförmige Strukturen" haben da klare Vorteile...
Martin
 
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