Hallo Heinz,
ich finde es richtig gut, dass du vor Kauf bzw. Bau dich selbst auch mit der Planung beschäftigst. Ein Wiga ist ein physikalisch hochkomplexes System, dessen Planungsphase nicht intensiv genug sein kann. Gönn dir dafür viel, viel Zeit und Raum, nur so hast du hinterher auch wirklich die Chance, dass du genau das bekommen, was du dir wünscht / erwartest. Leider haben viele Wiga-Bauer / -Anbieter / - Verläufer und auch Planer/Architekten selbst nicht gar so viel Ahnung von dem was sie da bauen (lassen) oder planen bzw. verkaufen...
Ein Wiga muss als Gesamtsystem gesehen werden und nur wenn du für dich und deine Familie ein klar definiertes Nutzungs-/Anforderungsprofil hast, auch mit unbewussten Wünschen und Erwartungen an den Wiga, das auch die sich ändernden Rahmenbedingungen in einigen Jahren berücksichtigt, kann der Wiga optimal werden. Einzelne Bauteile, wie den Fußboden, isolliert zu betrachten ist leider etwas zu kurz gesprungen. Be- und Entlüftung, Beschattung und ggf. Beheizung müssen zusammen mit den verbauten Gläsern, Rahmen bzw.. statischen Elementen, Fußboden- und Wandkonstruktionen unter Berücksichtigung der örtlichen Standortbedingugen betrachtet werden, um ein gutes Raumklima zu erreichen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind nicht alles. Details siehe auch meine anderen Beiträge hier im Forum.
Den Fußboden als Solarspeicher nutzen zu wollen, klingt sehr verlockend, da außer ggf. der Anbauwand im Wiga i.d.R. ja keine Speichermassen vorhanden sind. Speichermassen im Wiga, vor allem im Fußboden haben aber Vor- und auch Nachteile... Was im späten Frühjahr, Sommer und Frühherbst evtl. noch funktioniert, sorgt in der übrigen Jahreszeit leider meist für kalte Füße. Die Sonneneinstrahlung, in dieser Zeit leider ja sehr flach auftreffend, reicht nicht aus, um die "kalten Massen" des Fußbodens wahrnehmbar zu erwärmen. Man muss zudem berücksichtigen, dass durch Tische, Stühle, Pflanzen etc. und auch die konstruktiven Bauteile nur ein kleiner Teil des Fußbodens unbeschattet ist.
Sehr interessant klingt in diesem Zusammenhang der Hypokaustenboden von Schenjesse, wo die warme Wiga-Luft durch Hohlräume im Fußboden geleitet wird, um diesen zu erwärmen aber vor allem eine Feuchtigkeitsregulation zu erreichen. Leider funktioniert das gem. zahlreicher Erfahrungsberichte ebenfalls nur bedingt, was mit physikalischem Verstand betrachtet auch logisch ist. Da die Luft ein schlechter Wärmespeicher ist, müssen sehr, sehr große Luftmassen bewegt werden um ein paar Watt Wärmeleistung einzulagern. Zumal der tat. mögl. Wärmeeintrag und Temperaturunterschied zwischen Luft und Fußboden in der Zeit des größten Energiebedars leider am geringsten ist.
Ein paar interessante Anregungen dazu findest du auch auch unter:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t ... -anbinden-Ein Wintergarten kann zwar der Raum mit dem größten Wohnkomfort sein, es gibt aber mit weitem Abstand günstigere Möglichkeiten, "umbauten Raum" zu schaffen...
Viele Grüße
Martin