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Wintergarten-Forum
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Wandheizung im Wiga sinnvoll?
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Thread - Seiten: > 1 < |
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000
27.01.2004, 23:43 Uhr
Pauline
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Hallo liebe Wintergarten-Fachleute,
wir planen den Bau eines 7x4,50m großen und 2,30-3,50m hohen, ganzjährig bewohnbaren Wintergartens. Wir hatten vor, diesen mit einer Kombination aus Fußboden und Bodenkanalheizung zu beheizen. Nun hat man uns allerdings empfohlen, anstatt der Bodenkanalheizung, lieber eine Wandheizung zu installieren. Glas wäre für Strahlungswärme nahe zu undurchlässig und die Innenscheibe würde nicht mehr "kalt strahlen" sondern die Strahlungswärme der gegenüberliegenden Wandheizung reflektieren. Durch die fehlende Konvektion würde auch das kalte Zuggefühl nicht auftreten. Ferner wäre durch die "strahlende Wand" eine angenehme "Fühltemperatur" vorhanden, obwohl die Lufttemperatur erheblich niedriger läge.
Was ist davon zu halten? Funktioniert die Reflektion der Wärmestrahlung auch über eine Entfernung von 4,50m noch? Welche Wiga-Beheizung wird hier empfohlen? Gibt es Erfahrungen von Wintergartenbesitzern hier?
Ganz lieben Dank für ein paar hilfreiche Tipps.
Viele Grüße
Pauline |
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001
29.01.2004, 09:34 Uhr
C Prenneis
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Hallo,
wenn mich jemand fragt, wie der Wiga beheizt werden soll, rate ich im fast immer von einer Flächenheizung ab. Ich empfehle immer Flachkonvektoren oder Bodenkonvektoren, weil hier sehr schnell auf die wechselnden klimatischen Bedingungen reagiert werden kann. Bei Fußbodenheizung ist dies nicht so komfortabel möglich.
Der sog. Kaltluftabfall an der Fensterscheibe kann dadurch auch entgegengewirkt werden.
Zur Frage, ob die Wärmestrahlung noch bei 4,5 m funktioniert: Wenn Sie keine Gegenstände dazwischen stellen physikalisch ja.
MfG -- Christian Prenneis |
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002
03.02.2004, 09:00 Uhr
Hans Schorsch
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Hallo Pauline,
eine Wandheizung verhält sich regelnungstechnisch wie eine Fußbodenheizung. Der Einsatz einer FBH in Wintergärten und Glasarchitektur als alleiniges Heizsystem wird in Fachkreisen als kritisch betrachtet.
Der WIGA unterliegt ständigen und vor allem schnellen Witterungsschwankungen auf die zur Komforsteigerung wirksam und flott reagiert werden soll.
Dies kann eine FBH und auch eine Wandheizung alleine leider nicht bewerkstelligen.
Unser Rat: Bei Steinböden mit der FBH grundtemperieren (gegen kalte Fliesen); alternativ dazu (z.B. bei Unverträglichkeit von FBH) kann auch eine Wandheizung eingesetzt werden.
Die Temperaturdifferenz zur gewünschten Raumtemperatur sollte mit einem Konvektorsystem hergestellt werden. Dabei werden Sie die Hauptanforderungen sehr gut erfüllen können (Schnelle Regelfähigkeit; Verhinderung von Strahlungszug, Kaltlufteinfall an der Fassade; Verhinderung von Kondensatbildung an den Fassaden und Profilen etc.)
Mehr dazu finden Sie auch im Forum Heizkonvektoren unter: http://www.heizkonvektor.de
Viel Spaß bei der weiteren Planung und Umsetzung Ihres Wintergartens.
Gruß
HaScho |
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003
22.02.2004, 20:25 Uhr
fory
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Den Wintergarten beheizen:
Bei der Wintergartenbeheizung oder -Temperierung kann sich die Möglichkeit zu Nutze gemacht werden, daß Heizmatten mit verschiedenen Leistungsstufen verbaut werden können. Denn trotz der guten Wärmedämmeigenschaften heutiger Fenster und Fassadenelemente mit k-Werten von 1.1 oder besser kühlt sich die Luft an den kälteren Glasoberflächen ab, und fängt an herunterzusinken und fließt weiter am Boden des Wintergartens in Richtung hintere Hauswand, um dort wieder aufzusteigen. Es entsteht ein Zug, eine unangenehme Umwälzung der Raumluft. Dieser Luftstrom von den Glasfronten kühlt den beheizten Fußboden im vorderen Bereich, im hinteren Bereich aber nicht mehr, weil sich die Luft über dem Fußboden wieder erwärmt. Diese erwärmte Luft steigt dann an der Hauswand nach oben und erwärmt auch die Hauswand. Der ganze Umwälzungseffekt verstärkt sich noch selber durch die dann unterschiedlich warmen Fußbodenflächen und die erwärmte Hauswand.
Als Gegenmaßnahme kann in den äußeren Bereichen an den Glasflächen eine Heizmatte mit z.B. 200 Watt/m² verbaut werden und in den inneren zentralen Bereich nur 160 Watt/m², so daß sich im äußeren Bereich mit der 200 Watt/m² Heizmatte der Fußboden etliche Wärmegrade mehr erwärmt, wie im inneren Bereich. Es bildet sich eine Art "Wärmevorhang" der dem Effekt des herabfliesens der kühleren Luft entgegenwirkt. Das ganze funktioniert auch wenn im zentralen Bereich 120 Watt/m² im außeren 160 Watt/m² verbaut sind. Haupsache im äußeren Bereich wird der Fußboden einige Grad wärmer als im inneren Bereich. Als Einschränkung muß erwähnt werden, wenn sich ein Heizkörper oder Heizofen mit im Wintergarten befindet ist dieser Heizofen das ausschlaggebende Element im Wintergarten und die Gegenmaßnahme mit den unterschiedlich hoch erwärmten Fußbodenbereichen funktioniert dann nicht . Jetzt steigt die erwärmte Luft am Heizofen nach oben.
http://www.soldron.de/easy.htm |
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004
22.09.2004, 16:43 Uhr
schnuppi
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Hohe Trägheit konventioneller Heizsysteme
Unabhängig von einem hohen Anschaffungspreis einer konventionellen Heizung ist die Problematik der hohen Trägheit. Im Prinzip muss rund um die Uhr geheizt werden, um die Raumtemperatur konstant zu halten. Der Sinn und Zweck eines Wintergartens ist doch, dass gerade in den ungemütlichen Monaten des Jahres die erholsame Idylle genossen werden kann.
Wärmebedarf im Wintergarten Bei einem Wohnraum geht man von ca. 80 Watt pro m² aus. Zugrunde gelegt wird ein Wohnraum mit drei Innenflächen und einer Außenwand. Eine Außenwand hat einen k-Wert von ca. 0,3 W/m²K. Somit wird klar, dass ein Wintergarten erheblich mehr Heizenergie benötigt als ein Wohnraum. So kommt ein Wintergarten auf einen k-Wert von ca. 1,5 (1,3 im Glasbereich und 2,7 bei Alu-Profilen) und benötigt somit bis zum 5 fachen Energiebedarf eines Wohnraums. Diese 5fache Heizleistung beträgt dann ca. 400 Watt/m² (80 Watt/m² x5). Für einen Wintergarten mit 20 m² (bei einer Höhe von 2,50 m) werden somit 8kW Heizleistung benötigt (400 Watt/m²x20m²).
Weiter muss bedacht werden, dass die aufgezeigte 8 kW Heizleistung bei einem mittelgroßen Wintergarten (20m²) über 10 m Heizkörper benötigt. Welcher Wintergartenbesitzer möchte seinen Glasanbau als Ausstellungsfläche für Heizkörper missbrauchen? Bei einer Fußbodenheizung dagegen verhält es sich so, dass ca. 80 bis 120 Watt pro m² Heizenergie aufgebraucht werden können. Da ca. 400 Watt pro m² benötigt werden, ist die Fußbodenheizung in den meisten Fällen unzureichend und als Alleinheizung für einen Wintergarten kaum geeignet. Außerdem hält sich der Wärmetransfer ausschließlich am Fußboden bei 30°C bis 20°C. Ganz klar, dass aus optischen Gesichtspunkten überwiegend eine Fußbodenheizung bevorzugt eingebaut wird, da verständlicherweise Heizkörper an den großen Glasflächen des Wintergartens unschön und hinderlich wirken. Außerdem bewegt sich die Wärmestrahlung einer Konvektorheizung unmittelbar um die Heizkörper selbst, bei 40°C bis 25°C. Die umliegende Raumluft wird kaum erwärmt. Leider wird noch viel zu oft davon ausgegangen, dass ein Wohnwintergarten wie ein normaler Wohnraum zu behandeln ist. |
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006
16.03.2009, 15:29 Uhr
schweristleichtwas
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. . auch wenn viele Threads schon älter sind, ändert das nichts an der Tatsache, dass es plumpe Werbung ist. Wer sich die Mühe macht und sich die Seite im Internet mal ansieht, wird zudem eher verwirrt als informiert (zumindest geht es mir so).
Oder können Sie den geneigten Lesern des Forums in einfachen Worten den Coanda-Effekt und seinen Nutzen im Wiga erklären? -- Grüße schweristleichtwas |
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008
16.03.2009, 17:34 Uhr
schweristleichtwas
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Auf die Idee das Aufsteigen von warmer Luft in einem kalten Raum (oder kalten Wand) mit dem Coanda-Effekt zu erklären muss man erst einmal kommen. Bisher dachte ich, dass warme Luft eine niedrigere Dichte aufweist als kalte Luft und deshalb nach oben steigt. Mit der Dichte-Theorie kann man übrigens auch relativ einfach die Drehbewegung von Weihnachtspyramiden erklären, wenn man eine brennende Kerze darunter stellt. Da hat man auch keine kalte Wand oder kälteres Glas, das die Luft nach oben zieht. Auch beim Heißluftballon funktioniert das mit der warmen Luft übrigens.
Welche geheimnisvolle Kraft zieht denn beim Coanda-Effekt die Luft nach oben? -- Grüße schweristleichtwas |
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009
06.06.2009, 22:26 Uhr
Martin
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Zitat: schweristleichtwas postete Auf die Idee das Aufsteigen von warmer Luft in einem kalten Raum (oder kalten Wand) mit dem Coanda-Effekt zu erklären muss man erst einmal kommen. Bisher dachte ich, dass warme Luft eine niedrigere Dichte aufweist als kalte Luft und deshalb nach oben steigt.oben?
Zum Coanda-Effekt schau einfach mal hier nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Coand%C4%83-Effekt Funktioniert der eigentlich auch, wenn Querriegel als eine Art schmale Boards die senkrechten Glasflächen unterbrechen?
Aber nochmal zur Ausgangsfrage, die ich hier irgendwie nicht beantwortet finde:
Erwärmt sich durch die Wärmestrahlung einer gegenüberliegende Wandheizung die innere Scheibe der Wärmeschutzverglasung (1,0), so dass es gar nicht zu der von fory beschriebenen Abkühlung der Luft an den Glasflächen und der unerwünschten Luftumwälzung kommt???
Gleiches müsste ja auch durch die Wärmestrahlung der Fußbodenheizung bei der Dachglasfläche passieren?
Ganz lieben Dank für eine Aufklärung!!! |
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